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Wellenfrontdeformation / Thermische Linsen

Die Absorption von Laserstrahlung führt in optischen Materialien in erster Linie zu einem thermischen Energieeintrag. Die resultierende Erwärmung kann in einer kalorimetrischen Messung zur quantitativen Bestimmung des Absorptionsgrades genutzt werden (s. Absorption / Streuung). Neben der reduzierten Transmission treten als Folge der Erwärmung aber unweigerlich auch weitere unerwünschte Effekte auf, nämlich

  • Änderung des lokalen Brechungsindex (dn/dT)
  • Oberflächen-Verformung durch Volumenausdehnung

Beide Effekte führen zu einer reversiblen, lokalen Änderung der optischen Eigenschaften, d.h. insbesondere zu einer Modifikation der Wellenfront des transmittierten Laserstrahls ("thermische Linse").

Weiterhin kann im Falle amorpher optischer Materialien, z.B. bei der Bestrahlung von Quarzglas mit ArF-Excimerlasern, auch eine irreversible Erhöhung der Dichte und damit des Brechungsindex auftreten ("Kompaktierung").

Sowohl die thermische Linse als auch Kompaktierungsphänomene lassen sich mit Hilfe eines Hartmann-Shack-Wellenfrontsensors (s. Wellenfrontsensorik) in Echtzeit sichtbar machen. Die Abbildung unten zeigt eine entsprechende Messung der thermischen Linse an einer mit dem Excimerlaser (193 nm) bestrahlten Quarzplatte. Die thermisch induzierte Deformation der Wellenfront  stellt sich innerhalb weniger Sekunden ein. Die Auslenkung (wpv~2nm) entspricht einer Sammellinse von ca. 10 km Brennweite.

Verkrümmte Wellenfront durch thermisch induzierte Linse in Quarzglas (Phasendifferenz im nm-Bereich)

Weiterführende Informationen:

PDF Pressemitteilung (PDF)
PDF Produktflyer Wellenfrontsensor (PDF)